Feininger Rundgang

Seit dem Jahr 2003 führt der durch die Freunde und Förderer des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) e. V. initiierte Feininger-Rundgang auf den Spuren des Künstlers durch die Stadt. Lyonel Feininger schuf zwischen 1929 und 1931 elf Gemälde mit Motiven der Stadt Halle (Saale), denen dieser Rundgang gewidmet ist. So können an den Originalstandorten die Sichtachsen, wie sie Feininger einst festgehalten hat, nachvollzogen werden. Heute befinden sind wieder drei der insgesamt elf Gemälde in Halle (Saale) und können im Kunstmuseum Moritzburg besichtigt werden.
A

Marktkirche zur Abendstunde, 1930

Die Marktkirche, die zwei Kirchen in sich vereint, war für Feininger ein faszinierendes Motiv. Er malte sie vier Mal. Er verlegte seinen Standpunkt so weit in die Leipziger Straße hinein, dass nur noch ein schmaler Streifen und die südwestliche Ecke zu erkennen sind.
B

Marienkirche mit dem Pfeil, 1930

Die Marienkirche mit dem Pfeil ist das abstrakteste aller Halle-Bilder. Feininger wählte einen erhöhten Standpunkt, durch den weder der Marktplatz noch die Mauern der Kirche zu erkennen sind.
C

Am Trödel, 1929

Zu Feiningers Zeiten führte vom Markt aus eine winzige Straße zum Trödel. Im Mittelalter befanden sich hier stattliche Handelshäuser oder kleine Läden. Der Trödel existiert heute nicht mehr - er wich in den 1960er Jahren Neubauten.
D

Die Türme über der Stadt, 1931

Das Gemälde zeigt erneut die Marktkirche. Eine Nähe zu Feiningers Meerbildern ist deutlich, und so gleicht die Marktkirche einem Schiff auf hoher See.
E

Marienkirche I, 1929

Feininger fielen schnell die Boden-Niveauunterschiede in Halle auf. Besonders beim Gang über die Treppe vom Hallmarkt zum Marktplatz wird dies deutlich.
F

Marktkirche bei Nacht, 1931

Für dieses Gemälde benötigte Feininger drei Anläufe, obwohl der Standpunkt ähnlich ist wie bei Marktkirche I. Es ist von einem mystischen Licht durchströmt.
G

Roter Turm I, 1930

Dieses Gemälde entstand aus einer ungewöhnlichen Perspektive heraus: Die Enge der Kreuzung dreier Straßen steigert sich in Dunkelheit, und die Häuser rücken zusammen. Hinter einer Kurve eröffnet sich jedoch der ungetrübte Blick auf den Roten Turm.
H

Roter Turm II, 1930

Die enge Kreuzung dreier aufeinandertreffender Straßen hatte für Feininger eine besondere Dramatik. Dieses Gemälde gibt die Atmosphäre des Morgens wieder.
I

Der Dom zu Halle, 1931

Auch an diesem Gemälde arbeitete Feininger mehrere Jahre. Von seinem Atelier in der Moritzburg aus konnte er den Dom betrachten und war immer wieder von seiner eigenwilligen Gestalt angetan.
J

Der Ostchor des Domes in Halle, 1931

Bei dieser Darstellung des Doms versucht Feininger, den gotischen Gedanken des Bauwerks zu betonen. Helle, transparente Farben unterstützen dies.
K

Bölbergasse, 1931

Feininger beginnt dieses als eines der letzten Bilder der Halle-Serie. Das Erlebnis der dynamischen Komposition ist bis heute nachvollziehbar. Bölbergasse ist ein Kriegsverlust.